Reichtum ist kein Zufall

Wenn man nicht gerade in einer wohlhabenden Familie aufgewachsen ist, von einer entfernt verwandten Tante ein nennenswertes Vermögen geerbt oder im Lotto gewonnen hat, fällt einem Reichtum nicht einfach so in den Schoß. Dennoch stellt sich insbesondere während der andauernden Niedrigzinsphase immer mehr Deutschen die Frage, wie sie ein Vermögen aufbauen können.

 

Einer, der darauf Antworten gesucht und gefunden hat, ist der US-Amerikaner Dr. Thomas J. Stanley. Stanley verbrachte einen Großteil seines Arbeitslebens damit wohlhabende Menschen zu studieren, um insbesondere herauszufinden, wie diese zu ihrem Vermögen gekommen sind. Während seiner Studien machte er interessante Entdeckungen, mit denen er zuvor nicht gerecht hatte. Denn, genauso wie die meisten von uns, war Stanley zu Anfang seiner Untersuchungen von der medialen Berichterstattungen über wohlhabende Menschen beeinflusst. So stellte er mit Erstaunen fest, dass die meisten Millionäre kein Leben in Saus und Braus führen, sondern ganz normalen Hobbys nachgehen und ihre Freizeit in erster Linie mit ihrer Familie verbringen.

 

Weiterhin stellte er fest, dass es einen Unterschied zwischen Einkommens- und Vermögensmillionären gibt. Einkommensmillionäre sind Menschen, die Millionen innerhalb eines Jahres verdienen. Jedoch musste Stanley auch feststellen, dass diese Menschen ihre Millionen fast vollständig wieder ausgeben und am Ende ohne nennenswertes Vermögen dastehen. Ganz anders verhielt es sich bei den Vermögensmillionären. Diese erzielten im Durchschnitt ein Einkommen im mittleren sechsstelligen Bereich, besaßen jedoch gleichzeitig Vermögenswerte im Wert von mehreren Millionen Dollar.

 

Stanley kam zu dem Schluss, dass es den Vermögensmillionären weniger um ein hohes Einkommen geht, sondern vielmehr um Vermögenswerte, die sie erwerben können. Ein gutes Beispiel dafür ist der Milliarden schwere Starinvestor Warren Buffett, der sich selbst ein Jahreseinkommen von 100.000 Dollar auszahlt. Anders verhält es sich bei den Einkommensmillionären. Diese zielen auf ein hohes Einkommen, weil sie einen teueren Lebensstil aufgebaut haben, der seinen Tribut fordert.

 

An dieser Stelle können wir uns ein Zwischenfazit erlauben: Um ein Vermögen aufzubauen, sollte man groß denken nicht mit groß leben verwechseln. Stattdessen sollten wir es wie die Vermögensmillionäre halten: denke groß und leben klein. Zumindest so lange, bis du die finanzielle Freiheit erreicht hast.

 

Vor diesem Hintergrund machte Stanley die Erkenntnis, dass die Vermögensmillionäre im Laufe ihres Lebens ganz bestimmte Gewohnheiten entwickelt haben, die sie erst wohlhabend gemacht  haben und dann dafür sorgten, dass sie wohlhabend blieben. So berichteten die Vermögensmillionäre, dass sie nach wie vor ein Budgetplan (Haushaltsbuch) führen, obwohl sie es eigentlich nicht mehr nötig haben. In den Anfangsjahren ihrer Karriere half ihnen der Budgetplan den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten, sodass sie stets weniger ausgaben, als sie einnahmen. Diese positive Gewohnheit behielten sie später, als sie finanziell frei wurden, einfach weiter bei. Denn wie heißt es so schön: Mit guten Gewohnheiten soll man nicht brechen.

 

Eine weitere Gewohnheit besteht darin zu planen. Die Vermögensmillionäre haben klare Pläne für ihre Karriere und für ihre Finanzen. Ein solcher Plan kann z.B. vorsehen, dass man 20 Prozent seines Einkommens spart und investiert. Ein weiterer Plan könnte vorsehen, dass man die Hälfte einer Gehaltserhöhung spart und investiert und die andere Hälfte genießt. Durch solch einen Plan erhöht sich die Sparquote (anfänglich 20 Prozent) automatisch mit jeder weiteren Gehaltserhöhung und gleichzeitig bleiben die Ausgaben immer unterhalb der neuen Einkommensgrenze. Ein weiterer Plan kann vorsehen, dass man einen jährlichen Vermögenszuwachs von 20 Prozent anstrebt. Aber auch die Gehaltserhöhung sollte geplant sein. Nicht nur wie man sie erreicht, sondern auch was man mit ihr macht.

 

Weiterhin stellte Stanley fest, dass die Vermögensmillionäre klare langfristige Ziele haben und diese in Jahres-, Monats-, Wochen- und Tagesziele herunterbrechen und mit entsprechenden Aktionen versehen. Ein Ziel kann z.B. darin bestehen innerhalb der nächsten 20 Jahren ein Vermögen von 200.000 Euro mit Hilfe eines ETF-Sparplans (Exchange Traded Funds) aufzubauen. Im Durchschnitt kann man von einer Jahresrendite von acht Prozent ausgehen. Das bedeutet, dass man pro Monat 349 Euro investieren muss. Das ist ein klares Ziel (200.000 Euro in 20 Jahren) mit klaren Aktionen (349 Euro/Monat sparen).

 

Ebenfalls interessant ist, dass die meisten Vermögensmillionäre keinen akademischen Abschluss besitzen. Stattdessen stiegen sie früher ins Berufsleben ein, um möglichst früh mit dem Vermögensaufbau anzufangen. Weiterhin machen sie sich laufend darüber Gedanken, wie sie ihren Marktwert laufend steigern können. Es lässt sich also festhalten, dass Reichtum kein Zufall ist, sondern durch Ziele, Planung und die Etablierung der richtigen Gewohnheiten befördert wird.

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