Die Macht deiner Gewohnheiten

Wusstest du, dass über 90 Prozent unserer alltäglichen Handlungen auf Gewohnheiten basiert? Unglaublich, oder? Als ich das erfahren habe, konnte ich es zunächst nicht glauben. Ich meine, wir Menschen, die sich als Individuen bezeichnen, folgen tagtäglich ganz bestimmten Verhaltensmustern, die sich immer und immer wieder wiederholen sollen? Und das unser ganzes Leben lang?

 

Da ich es nicht glauben konnte, fing ich an meine täglichen Aktivitäten zu beobachten. Und tatsächlich, der Großteil meiner Handlungen basiert auf Gewohnheiten, die ich mir im Laufe meines Lebens angeeignet habe. Wenn ich morgens aufstehe, dann gehe ich immer zuerst in die Küche und trinke ein Glas Wasser. Anschließend entleere ich meine Blase und wasche mir den Schlaf aus dem Gesicht. Darauf folgen zehn Liegestütze, um den Kreislauf in Fahrt zu bringen. Dann gehe ich in die Küche und bereite mir ein Frühstück vor, das in der Regel aus einer Tasse Kaffee und zwei Scheiben Brot mit Aufstrich besteht. Anschließend putze ich mir die Zähne, ziehe mich an und gehe zum Zug, um zu meiner Arbeitsstätte zu kommen.

 

Dieser Ablauf spielt sich an jedem Morgen unter der Woche ab. Immer und immer wieder. Charles Duhigg erklärt in seinem Buch „Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun“ warum wir im Laufe unseres Lebens bestimmte Gewohnheiten entwickelt. In erster Linie handelt es sich dabei um eine Erleichterung für unser Gehirn. Denn wenn wir uns immer wieder für einen neuen Ablauf entscheiden müssten/könnten, dann müsste das Gehirn viel mehr Energie aufwenden, was es nicht will. Aber auch die Handlungen würden länger dauern, da sie nicht vollautomatisch ablaufen würden.

 

Damit sind Gewohnheiten in erster Linie da, um unser Gehirn zu entlasten. Aber nicht nur das. Sie können uns auch dabei behilflich sein bestimmte Ziele zu erreichen. Denn wenn etwas auf Autopilot läuft, dann lässt es sich ohne Widerstand immer und immer wieder abspulen. Solange, bis wir das gewünschte Ziel erreicht haben. Die alles entscheidende Frage ist nun, welche Gewohnheiten du dir im Laufe deines Lebens angeeignet hast.

 

Von Cristiano Ronaldo kann man halten was man will. Die einen halten ihn für einen legendären Fußballspieler und die anderen für einen überzogenen Poser. Was ich von ihm halte? Nun, ich denke, dass er nicht ohne Grund dort ist, wo er ist. So hat er sich z.B. zur Gewohnheit gemacht nach Abschluss des offiziellen Trainings noch eine Stunde weiter zu trainieren, während alle anderen Spieler in die Umkleide zum Duschen gehen. Diese Extra-Stunde hängt er an jedem einzelnen Trainingstag hinten dran. Für ihn stellt sich gar nicht die Frage, ob er noch auf dem Platz bleibt oder nicht. Denn für ihn ist das ein Automatismus, der ihn quasi dazu zwingt die extra Meile zu gehen.

 

Charles Duhigg berichtet in seinem Buch von Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen mit dem Training angefangen haben. Im Laufe der Zeit wurde das Training jedoch zu einer Gewohnheit – für all diejenigen, die durchgehalten haben. Z.B. kamen sie nach Hause, zogen ihre Sportsachen an und legten anschließend mit dem Training los. Und das, obwohl sie es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nötig hatten. Das regelmäßige Training wurde zu einer Gewohnheit für sie. Während andere sich für das Training überwinden müssen, fühlen sich diese Leute schlecht, wenn sie nicht trainiert haben. Das ist die Macht der Gewohnheit.

 

Das Interessante dabei ist, dass sich Gewohnheiten in absolut allen Lebensbereichen entwickeln lassen. Arbeit, Beziehungen, Gesundheit oder Finanzen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass die meisten von uns zwar Gewohnheiten besitzen, diese jedoch unsere Ziele nicht unterstützen. Wenn du z.B. einen gesunden, schlanken und straffen Körper haben willst, jedoch die Gewohnheit entwickelt hast dich nach der Arbeit auf das Sofa vor den Fernseher zu setzen, nun, dann wird es auf absehbare Zeit nichts mit dem schlanken Körper.

 

Oder wenn du die Gewohnheit entwickelt hast dein gesamtes Einkommen wieder auszugeben, dann wirst du niemals reich werden. Selbst wenn du im Lotto gewinnst oder sogar bereits Millionen verdienst. Wer Millionen verdient und Millionen wieder ausgibt, der ist schlicht und ergreifend arm.

 

Abschließend bleibt mir nur noch mich erneut zu wiederholen: Welche Gewohnheiten hast du dir angeeignet und machen sie dich reich oder arm?

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